Geschichte

Blick in die Reihen des Voith Orchesters Heidenheim
Foto: Georg Schabel

Musik im Hause Voith (1928 – 1948)

Musik – Geistigste aller Künste – forme den Menschen ganzheitlich; Musizieren – zudem in der Gemeinschaft – habe eine enorm pädagogische wie soziale Komponente. Diese Erkenntnis wurde Dr. Hanns Voith zum Erziehungsziel, wurde ihm Motiv, seine Töchter ein Instrument lernen zu lassen und früh gemeinsam – er spielte selbst Geige – Hausmusik zu machen.

Die Musik als eine Triebfeder des Lebens für sich und mit anderen zu teilen veranlasste ihn dazu, das gemeinsame häusliche Musizieren für Freunde, Schulkameraden, Lehrer und auch Firmenangehörige zu öffnen. Vom kammermusikalischen Spielkreis gelangte man Ende der 1920er Jahre einerseits zum Lehrlingsorchester und später zum ‚innerbetrieblichen‘ Kammerorchester.

Zudem wurde durch Dr. Hanns Voith schon damals der Grundstein zu einem Notenarchiv gelegt, welches heute einen doch beträchtlichen Umfang aufweist.

Orchestermusik in der Firma Voith (1948 – 1983)

Offiziell wurde das Voith’sche Kammerorchester 1948 gegründet. Die eigentliche „Tauffeier“ fand am 23. Juli 1949 mit dem ersten öffentlichen Konzert statt.

Regelmäßiges Proben und erweiterte Programme bei den nun regelhaft stattfindenden Konzerten folgten. Die Öffentlichkeit nahm dankbar Notiz von dem neuen Klangkörper.

Eigene Bläser ergänzten mit der Zeit das Streicherensemble. Und so entwickelte sich ein kleines Symphonieorchester, das sich neben Werken des Barocks auch an die Klassik bis hin zur gemäßigten Moderne wagte.

Gründung des Vereins – „Voith Orchester Heidenheim e.V.“ (seit 1983)

Die Notwendigkeit der musikalischen Selbstverantwortung führte am 23. November 1983 zur Gründung des Vereins als Träger des Orchesters mit der Eintragung ins Vereinsregister im Januar 1984. Der neue Name zeigte sich der Firma Voith, die den Verein weiterhin unterstützte, aber auch der Stadt Heidenheim verbunden. Eine dem Auftrag und der Verantwortung des Orchesters entsprechende Vereinssatzung wurde geschaffen.

Die satzungsmäßige und noch geltende Aufgabe des Vereins ist die Förderung der Kunst, insbesondere durch Pflege des musikalischen Kulturgutes, regelmäßiges Üben innerhalb der Orchestergemeinschaft und Veranstaltung von Konzerten in der Öffentlichkeit. Der von Anfang an gepflegte Grundsatz, zu dem wir uns bekennen – ständige Besetzung bei ständigen Proben –, festigt weiter die Gemeinschaft. Der Verein fördert insbesondere junge Begabungen und möchte so zwischen Spielern und Zuhörern zur musikalischen Bildung beitragen.

Die Fördermitgliedschaft im Verein ermöglicht allen Bürgern die Verbindung zu einem musikalischen Kulturträger und erlaubt durch den Besuch der Konzerte, die mittlerweile im großartigen Festsaal der Freien Waldorfschule Heidenheim stattfinden, sich ganz nah zu fühlen.

Das moderne Symphonieorchester

Heute präsentiert sich das Voith Orchester Heidenheim als ein renommiertes Amateurorchester in voller symphonischer Besetzung. Im Kulturleben der Stadt Heidenheim nimmt es einen festen Platz ein.

Hierbei kann das Orchester mittlerweile ein breites Repertoire an Werken der großen Musikliteratur vorweisen. Regelhaft erfolgen Konzerte vor einem geneigten Publikum.

Projekte für junge Menschen wie Orchesterworkshops werden angeboten; daneben besteht eine enge Kooperation mit der Musikschule Heidenheim und dadurch Verbindung zu allen Musikschulen der Region.

Im Zentrum des Vereins steht dabei nach wie vor: Freude am gemeinsamen Musizieren, Offenheit für neue Entwicklungen und immer die Bereitschaft, neue Mitspieler willkommen zu heißen.

Regelmäßige Probenwochenenden an unterschiedlichen Orten sowie gemeinsame Konzertreisen untermauern diese enge Gemeinschaft.

In der Führung des Vereins hat längst die Digitalisierung Einzug gehalten. Teilnahme an ‚Social Media‘ gehört ebenso dazu, wie digitaler Kartenservice und Kommunikation. So sind die Weichen für eine gute, im musikalischen Sinne harmonische Zukunft gestellt.

Weitere Informationen sind unter www.voith-orchester.de oder auch unter Facebook und Instagram einsehbar.

Künstlerische Leitung in chronologischer Reihe

Dirigent Karl Hahn (1949 – 1964)

Schnell wurde die Wichtigkeit einer fachkundigen Leitung erkannt. Das Dirigat wird Karl Hahn – Kaufmann und Cellist – übertragen, der hohe pädagogische Eigenschaften entwickelt. Karl Hahn wusste um die Schwierigkeiten der Arbeit mit Laien, aber auch um die Notwendigkeit, inmitten von Technik und Industrie geistige Werte und künstlerische Kräfte zu fördern.

Dirigent Gerhard Saal (1965 – 1982)

Am 1. Mai 1965 dirigierte Gerhard Saal sein erstes Konzert. Sein Anliegen war Erziehung am Orchesterpult und am Cello. Dazu kamen geduldiges, humorgewürztes Proben, Aufzeigen musikalischer Zusammenhänge und Horizonterweiterung.

Dirigent Horst Guggenberger (1982 – 2005)

1982 wurde das Orchester von Horst Guggenberger übernommen. Unter seinem Dirigat – dem dritten in der fast 60-jährigen Orchestergeschichte – hat sich das Ensemble, jetzt als eigenständiger Verein, zum vielseitig strukturierten, großen symphonischen Klangkörper entwickelt. Sein Abschiedskonzert am 3. Juli 2005 präsentierte in der Retroperspektive eindrucksvoll diese Arbeit.

Dirigentin Paraskevi Kontogianni (2005 – 2024)

Am 1. September 2005 trat Patty Kontogianni das Dirigat des Voith Orchesters an und prägte das Ensemble über die folgenden 19 Jahre. Unter ihrer Leitung erlebte das Orchester eine weitere künstlerische Entwicklung. Mit ihrer anspruchsvollen Programmgestaltung und ihrer Fähigkeit, sowohl klassische als auch zeitgenössische Werke zu interpretieren, begeisterte sie gleichermaßen Mitspieler und Publikum. Besonders hervorzuheben ist ihr Engagement für die Nachwuchsförderung. Sie entwickelte und organisierte Orchesterworkshops, um junge Talente für die klassische Musik zu begeistern.

Dirigentin Elina Muntian (2024 – 2026)

Zum 1. September 2024 übernahm die Dirigentin Elina Muntian das Orchester. Unter ihrem Dirigat wurden drei viel beachtete Konzerte aufgeführt.

Dirigent Daniel Satanovski (seit 2026)

Seit Frühjahr 2026 ist Daniel Satanovski künstlerischer Leiter und Dirigent. Er ist ein Schüler des Heidenheimer Festspieldirektors und Intendanten der Opernfestspiele Heidenheim, Professor Marcus Bosch.